Die Idee
Dieses Buch ist die Dokumentation eines Selbstversuches. Als ich
mir vorgenommen habe, endlich erfolgreich mein Übergewicht loszuwerden,
hatte ich schon zehn Jahre lang erfolglose Diätversuche
hinter mir. Ich war mit meinem Latein am Ende: Jede Woche kommt
eine neue Diät auf den Markt und jede verspricht eine andere Weisheit.
Aber was darf ich denn nun glauben? Fett ist böse? Kohlehydrate
sind böse? Kommt es auf den Zeitpunkt an, wann ich esse?
Schlank durch Sport, Molkekur, Kohlsuppe, Punkte, im Schlaf, durch
Tabletten oder wie? Darf man überhaupt alles glauben, was uns die
Wissenschaft bzw. die Ernährungsindustrie vorbetet? Sind es nicht
teilweise sogar wirtschaftliche Interessen, die über ein „richtig“ oder
„falsch“ bzw. „gesund“ oder „ungesund“ entscheiden? Irgendwann
glaubt man an gar nichts mehr, vor allem, wenn jeder um einen
herum es immer gerade besser weiß.
Ich hatte mit jedem Diätbuch mehr und mehr das Gefühl, dass
immer das richtig zu sein scheint, was gerade angesagt ist. Aber so
wirklich geholfen hat mir keine der berühmten Diäten. Ich war auch
nach der sechsten Diät immer noch zu dick und fühlte mich noch dazu als Versager.
Also habe ich mich hingesetzt und mir die Frage gestellt, warum ich
überhaupt zu dick bin und wieso ich immer wieder scheitere. Keine
Diät, kein Buch, kein Arzt konnte mir das je beantworten.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass es an den Molekülen in meinem
Essen, dem Zeitpunkt des Essens und noch nicht einmal an der Menge lag. |
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„Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurde
mir klar, dass meine Hürde eine psychische Hürde war.“
Essen ist für mich eine Art von psychischer Befriedigung. Eine Art
Belohnungssystem, ein Blitzableiter für Stress auf der Arbeit oder
z. B. in der Beziehung. Wenn ich mir etwas gönnen möchte, esse ich
etwas Leckeres. Wenn ich mich mit meiner Freundin streite, fahre
ich erst einmal zu McDonald’s oder hole mir eine Döner-Pita. Und
immer wenn ich mit einem weiteren Diätversuch gescheitert bin
oder im Schwimmbad mal wieder die vielen Blicke über mich ergehen
ließ, habe ich mir danach heimlich eine Tüte Chips vor dem Fernseher
gegönnt. Weil es mir damit besser ging.
Das war mein Problem und ist es vielleicht auch immer noch. Aber
als mir dieses Licht aufgegangen ist, wusste ich, dass ich einen ganz
anderen Diätversuch starten musste, um endlich die leidige Speckschwarte loszuwerden …
Dies war die Geburtsstunde der „Burger-Diät“.
Mein Lieblingsgericht ist nun mal das Essen bei McDonald’s. Wenn
es Pizza wäre, würde dieses Buch die „Pizza-Diät“ heißen, und ich
hätte das gemacht. Oder wenn ich auf Burger King oder sonst irgendetwas
abfahren würde, wäre das mein Ansatz gewesen. Ich habe
nichts von McDonald’s bekommen für meinen Versuch und jeden
Burger selbst bezahlt. Es geht in diesem Buch nur um eine einzige
Sache: Ich wollte abnehmen und meine eigene Psyche austricksen,
indem ich jeden Tag genau das essen kann, was ich am liebsten
mag. Bei mir ist das das Essen von McDonald’s, bei anderen mag das
sicher etwas anderes sein.
Das Ergebnis kann ich aber schon vorwegnehmen: Es hat funktioniert!
Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt bereits mein Zielgewicht
und halte es erfolgreich. Und ich bin so fi t und gesund wie seit
über zwölf Jahren nicht mehr, das bestätigt mir auch mein Arzt (zu
seiner eigenen Verwunderung). Ich habe diesen Selbstversuch sehr
gewissenhaft und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Ob dieser
Ansatz auch etwas für andere Menschen ist, weiß ich nicht bzw.
möchte ich nicht beurteilen. Aber in jedem Fall sollte dieses Buch
denjenigen Mut machen, die ähnlich verzweifelt sind, wie ich es vor
sechs Monaten war:
Wo ein Wille ist, ist (manchmal) auch ein (ungewöhnlicher) Weg.
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